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Ende des Stellvertreterkrieges gefordert
Sonntag, 18 Juni 2017 | Autor: Carsten Schmitt

Karin Leukefeld berichtete beim Linken Forum zur Lage in Syrien

Paderborn. Seit 2011 herrscht Bürgerkrieg in Syrien, in jenem Land, das in früheren Zeiten unzählige Besucher begeisterte als Wiege von Hochkulturen und ethnoreligiöser Vielfalt, begleitet von der ausgesprochenen Gastfreundschaft seiner Bewohner. Der Flächenbrand durch den seit sechs Jahren tobenden Krieg droht sich auf den ganzen Nahen Osten auszuweiten.

Die Journalistin und Nahost-Korrespondentin Karin Leukefeld, zu Gast beim Linken Forum Paderborn, zeigte sich davon überzeugt, dass die inneren Konflikte in Syrien, letztlich Folgen brutaler kolonialer Interessenpolitik seit dem Ersten Weltkrieg, im Land selbst gelöst werden könnten. Allerdings, das machte die Referentin ebenso unmissverständlich deutlich, sei dazu ein Ende des "Stellvertreterkrieges" internationaler Akteure, verbunden mit ausländischen Geldflüssen und der gezielten Bewaffnung verbündeter Kriegsparteien - auch mit deutscher Militärtechnik -, unbedingte Voraussetzung. Außerdem müsse Schluss sein mit der Dämonisierung des Präsidenten Assad und seiner Regierung, wie sie von den westlichen Medien einmütig betrieben werde. "Niemand ist in diesem Krieg frei von Schuld, aber man sollte den Akteuren wenigstens zuhören", betonte die Journalistin.

Ansätze für eine friedliche Konfliktbeilegung sieht Leukefeld etwa in der Unterstützung und Stärkung der basisdemokratischen syrischen Opposition, die sich deutlich unterscheide von den kriegstreibenden Oppositionskräften, die der Westen vornehmlich unterstützt.

Auch in staatlich geförderten Amnestieprogrammen für Rebellengruppen, die bereit seien, ihre Waffen niederzulegen, liegen nach Meinung der Nahost-Expertin friedensstiftende Ansatzpunkte. Die Beendigung der Gewalt und die Rückkehr in ein früheres Leben sei auf diese Weise in mehreren Vororten von Damaskus bewirkt worden. Ein seit 2012 eingerichtetes "Ministerium für nationale Versöhnung" konnte erreichen, dass 30.000 Häftlinge aus den Gefängnissen entlassen, Entführungen aufgeklärt und bewirkt wurde, dass landesweit drei Millionen syrische Bürger in ihre Wohnungen, Dörfer und Städte zurückkehren konnten. Nicht weniger als 1.400 regionale Waffenstillstände im Land zeugten zudem von dem verbreiteten Friedenswillen, den die Kriegsprofiteure natürlich nicht teilen.

Die Überformung des innersyrischen Konflikts durch internationale Interessenpolitik lasse sich etwa daran ablesen, dass die 2011 gegen Syrien verhängten europäischen Wirtschaftssanktionen die Regierung außerstande setze, humanitäre Hilfen für die Bevölkerung zu leisten. Die medizinische Infrastruktur sei mittlerweile zusammengebrochen. "Das Sanktionssystem hat verheerende Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft und muss sofort beendet werden", forderte eindringlich die Journalistin.

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