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Kommunikation mit Händen und Füßen
Montag, 12 März 2018

NRW-Juniorballett zu Gast in der Rheinisch-Westfälischen Realschule für Schüler mit Hörbehinderung

Dortmund (lwl). Lebhafte Mimik und Gestik, ein wenig Akrobatik und vor allem lächelnde Gesichter: Die Freude an der Bewegung war den Teilnehmern des Projekttags an der Rheinisch-Westfälischen Realschule in Dortmund anzusehen. Am Donnerstag (8.3.) empfing die Förderschule des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation das NRW-Juniorballett.

Professionelle Tänzer führten die 170 Schülerinnen mit Hörschädigungen unter dem Motto "Ausdruck und Verstehen" in die Welt des Tanzes ein. Das Programm "Das NRW Juniorballett besucht Schulen" ist eine Kooperation mit der Bezirksregierung Arnsberg. In der Dortmunder LWL-Förderschule gab es insgesamt acht verschiedene Workshops zu den Themen Basketball, Taekwando, Hip Hop, Ballett für Fortgeschrittene, "Präsenz und sich Präsentieren", "Gebärden und Ausdruck I und II" und "Hören, Körper, Ernährung".

Das Juniorballett hatte sich auf den Projekttag gut vorbereitet: Die Tänzerinnen erhielten vor ihrem Besuch in der LWL-Förderschule an einem Tag im Ballettzentrum Dortmund Gebärdensprachunterricht: "Davon wussten die Schüler nichts, sie waren ganz überrascht als sie mit Gebärden begrüßt wurden", freute sich Corinna Braun, Leiterin der Rheinisch-Westfälischen Realschule.

Und auch beim Workshop-Programm stellten sich die Tänzer auf die Bedürfnisse der Schülerinnen ein: Fünf Kinder und Jugendliche der LWL-Förderschule hatten gemeinsam im Vorfeld des Aktionstages mit den professionellen Tänzern an den acht Projekten gearbeitet. So bekam jeder Workshop einen sogenannten Schüler-Paten, der die Idee für eine der Kleingruppen einbringen konnte.

Yousef Selim war einer dieser "Paten". Der 17-Jährige ist schwerhörig, trainiert und spielt in seiner Freizeit Basketball. Seine Leidenschaft für den Ballsport konnte er auch in die The-menfindung der Workshops platzieren: "Ich war beeindruckt von der Springkraft berühmter Basketballer. Das wollte ich lernen", sagt er. Der Schüler entwickelte mit dem Tänzer Nikita Zdravkovic eine Choreografie zu dem Workshop "Sport und Athletik - Springen und Ballett". "Zuerst hatte ich Angst, dass wir ausgelacht werden. Aber es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, mit den Profis zu üben. Keiner hatte uns gegenüber Vorurteile", resümiert Yousef.

Dass Mimik und Gestik beim Tanzen unverzichtbar sind, erklärte Tänzerin Lois Martens im Workshop "Gebärden und Ausdruck." "Es ist auf der Bühne ähnlich wie bei euch", sagt die gebürtige Belgierin. "Wenn wir uns wegen der lauten Musik auf der Bühne nicht verstehen, achten wir auch nur auf die Gestik und Mimik der anderen. Man muss sich gegenseitig fühlen und beobachten", betont sie.

Die Schüler der LWL-Förderschule lernten am Projekttag nicht nur von den Tänzerinnen, sondern näherten sich auch untereinander weiter an. "Wir haben die Schülergruppen in den einzelnen Workshops gemischt", erklärt Schulleiterin Braun. So tanzten gehörlose und schwerhörige Schüler gemeinsam. "Sie haben so gelernt, einander noch besser zu verstehen, kommunizierten in Lautsprache, in Gebärdensprache, mit Gestik und Mimik - manchmal mit Händen und Füßen."

Die Schulleiterin ist von dem Projekt begeistert: "Dieser Tag hat gezeigt, dass es sehr unterschiedliche Möglichkeiten des gemeinsamen Verstehens gibt. Und die Schüler fühlten sich verstanden. Das ist einfach schön, zu sehen."

Die Rheinisch-Westfälische Realschule kooperiert mit dem Fritz-Henßler-Berufskolleg. Aus Anlass des 50. Jubiläums der Förderschule wurde der Tag fotografisch von Schülerinnen des Fritz-Henßler-Berufskollegs festgehalten. Die Aufnahmen werden für ihre Abschlussarbeit verwendet.

Hintergrund:
Die Rheinisch-Westfälische Realschule Dortmund, LWL-Förderschule mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation ist die einzige Realschule für Hörgeschädigte in Nordrhein-Westfalen. Hier lernen derzeit rund 170 Schülerinnen und Schüler. Die Schülerschaft kommt aus dem gesamten Bundesland. Kinder und Jugendliche, deren Schulweg zu lang ist, werden im LWL-Internat Dortmund betreut. Die Rheinisch-Westfälische Realschule Dortmund feiert am 23. Juni 2018 ihr 50-jähriges Bestehen.

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