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Konzert anlässlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht
Freitag, 31 Oktober 2008 | Autor: Rainer Begemann

Am Sonntag, den 9. November findet um 16:30 Uhr in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Bergkirchen, ein Konzert anlässlich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht statt. Am Steinway-Flügel spielt der Pianist Günther Herzfeld, Dozent der Musikhochschule Bremen. Er tritt zusammen mit Heinrich Klassen auf, der an der Musikhochschule Bremen Oboe studiert.

In den zwölf Jahren des "tausendjährigen Reichs" schrieben die Nazis mit Verordnungen und Verboten die Musikgeschichte um, leugneten den Anteil jüdischer Musiker am deutschen Musikleben oder stellten ihn als "entartet" und schädlich dar. Interpreten und Komponisten wurden aus Deutschland und schließlich sogar aus Europa vertrieben oder in Konzentrationslager verschleppt und ermordet - ihr Werk vernichtet, in der Nachfolge der Vergessenheit ausgeliefert.

Erst seit den 90er Jahren wurde - vor allem durch den Berliner Verein "musica reanimata" - ein großer Teil der verlorenen vergessenen Kompositionen wieder entdeckt und seitdem in Deutschland und der ganzen Welt zur Aufführung gebracht.

Die Kompositionen Viktor Ullmann, Erwin Schulhoff und Pavel Haas wollen nicht unterhalten, sondern sie suchen einen Zuhörer, der bereit ist, sich mit Zeit und Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinander zu setzen. Zu den Stücken wird Günther Herzfeld einige Erläuterungen geben.
Umrahmt werden diese Kompositionen mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Musik auf Grund seiner jüdischen Abstammung in der Zeit des Nationalsozialismus ebenfalls unerwünscht war.

Günther Herzfeld studierte in Düsseldorf am Robert-Schumann-Konservatorium und an der Berliner Hochschule der Künste. Er erhielt einen 1. Preis im Klavierwettbewerb der Berliner HdK und einen Sonderpreis für Klavierbegleitung beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau.
Nach langjähriger fester Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Detmold konzentrierte er sich ab 1990 vorwiegend auf das freie Konzertleben. Reisen als Solist und Konzertbegleiter führten ihn durch Europa, in die USA und nach Südamerika.
Neben dem klassischen Konzertrepertoire beschäftigt sich Günther Herzfeld intensiv mit Improvisation und erarbeitete sich aus der Begegnung mit Jazz und moderner Kunst seinen persönlichen Musikstil. Hier tritt er häufig mit seinem Ensemble "KlangAlchimie" auf. Er erhielt 1994 mit seinem Ensemble KlangAlchimie den Performancepreis der Stadt Konstanz. Sein Interesse gilt auch Werken von Theresienstädter Komponisten. So spielte er am 20. Mai 2001 in der Berliner Philharmonie die Uraufführung der einige Tage vorher entdeckten Klavier-Suite "Das Leben der Maschinen" von W. Szpilman, der dem Holocaust entkam, versteckt in den Ruinen von Warschau.
Im Lauf der Jahre entstanden zahlreiche Rundfunk- und Schallplatteneinspielungen.
Seit Oktober 2004 ist Günther Herzfeld Dozent für Klavierbegleitung an der Hochschule für Künste in Bremen.

Heinrich Klassen wurde 1986 in Leninpol/Kirgistan als Sohn russland-deutscher Eltern geboren, ist aber seit 1990 in Deutschland aufgewachsen. Seit 2006 studiert er die Oboe an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Christian Hommel und Daisuke Nagaoka (Bremer Philharmoniker). Er spielte bereits im Bundesjugendorchester, der Jungen Kammerphilharmonie NRW, dem Jungen Philharmonischen Orchester Niedersachsen. Auftritte führten ihn u. a. in die Essener Philharmonie, die Hamburgische Staatsoper, das Theater am Aegi in Hannover und nach Kroatien und Frankreich. Er besuchte zahlreiche Meisterkurse im In- und Ausland, u. a. bei Giora Feidman.

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