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Leichtere Orientierung für Blinde und Sehbehinderte
Montag, 10 August 2009 | Autor: Ursula Zitzler

Universitätsübergreifende Zusammenarbeit

Stuttgart. Sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden, ist für blinde und sehbehinderte Menschen eine besondere Herausforderung. Navigationsgeräte können ihnen bei der Orientierung helfen. Wissenschaftler des Instituts für Visualisierung und Interaktive Systeme (VIS) der Universität Stuttgart bereiten im Rahmen des Projekts ASBUS (Assistenz für sensorisch Behinderte an der Universität Stuttgart) Informationen für blinde und sehbehinderte Studierende auf, die über mobile Navigationsgeräte mit hoher Positionsgenauigkeit abgerufen werden können. In diesen Geräten ergänzen sich lokale Sensorinformationen und Daten aus Umgebungsmodellen.

Die Anwender erhalten nach der Zieleingabe unter ständigem Abgleich von Sensor- und Modellinformation akustisch oder über eine portable Braillezeile Navigationshinweise und weitere Informationen, die vor allem für Studierende relevant sind. Die Universität Stuttgart hat für das Projekt insgesamt 373.600 Euro aus Studiengebühren bereitgestellt.

Inzwischen kooperieren die Stuttgarter Wissenschaftler um Dr. Andreas Hub im Rahmen des ASBUS-Projekts mit dem Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) an der Universität Karlsruhe, das an der Stuttgarter Entwicklung großes Interesse hat. Auch andere Universitäten und öffentliche Einrichtungen interessieren sich für die Navigationsunterstützung.

Um Personen mit Sehbehinderungen eine selbständige Navigation in den Universitätsgebäuden mit zum Teil sehr komplexen Architekturen zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen, wurden im Rahmen des ASBUS-Projekts für das Informatikgebäude auf dem Campus der Universität Stuttgart in Vaihingen sowie für die Räume des SZS an der Universität Karlsruhe hierarchische 2D-Umgebungsmodelle mit erweiterten Informationen erstellt und wichtige Landmarken, wie beispielsweise Türen oder Aufzugsschalter, mit RFID (Radio Frequency Identification)-Tags versehen. Mit Hilfe des ebenfalls am Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme entwickelten TANIA-Systems (Tactile-Acoustical Navigation and Information Assistant) erfährt der Nutzer akustisch, wo er ist und was sich in der näheren Umgebung befindet. Dabei wird die aktuelle Position über ein Schritterkennungsverfahren und durch Synchronisierungen mit dem Umgebungsmodell ermittelt.

 Mit diesem System können Navigationsinformationen, aber auch beispielsweise Mitarbeiternamen und ihre Kontaktdaten beim Vorbeigehen angesagt oder auf einer portablen Braillezeile angezeigt werden. Darüber hinaus können auch sonstige beliebige Textinformationen ortsbasiert integriert werden, die vor allem für sehbehinderte Studienanfänger wichtig sind: Sprechzeiten von Dozenten, Öffnungszeiten von Bibliotheken, Fachschaften, der Mensa und sonstige studienspezifische Informationen. Inzwischen können blinde Benutzer des TANIA-Systems ihren Weg innerhalb des Informatikgebäudes und zur S-Bahn-Station der Universität Stuttgart ohne fremde Hilfe finden. Als nächster Schritt ist in Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Straßenbahnen geplant, die Stuttgarter Stadtbahn-Haltestelle Friedrichsbau entsprechend auszustatten, um Sehbehinderten auch den Zugang zum Uni-Bereich Stadtmitte zu erleichtern.
 
Ursula Zitzler

Partner

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“Wenn ein junger Mann ein Mädchen kennenlernt und ihr sagt, was für ein großartiger Kerl er sei, so ist das Reklame. Wenn er ihr sagt, wie reizend sie aussieht, dann ist das Werbung. Aber wenn das Mädchen sich für ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört hat, was für ein feiner Kerl er sei, dann ist das Public Relations.”

Alwin Münchmeyer, dt. Kaufmann

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