Rätsel um Böckstiegel-Röhren gelöst

Böckstiegel

Werther/Borgholzhausen. – Lange gaben sie Rätsel auf, nun ist ihre Geschichte weitgehend geklärt: Die beiden bemalten Tonröhren von Peter August Böckstiegel, die im Dezember 2024 durch eine Schenkung von Prof. Dr. Hermann-Josef und Renate Bunte ins Museum Peter August Böckstiegel kamen, haben ihre Herkunft gefunden. Pünktlich zum Ende der Sonderausstellung „Böckstiegel // Bildhauer – Im Kontext der Westfälischen Moderne“ konnte das Geheimnis gelüftet werden.

Auftrag für fünf Kinder

Eine Zeitzeugin aus Werther erinnerte sich: Die Röhren wurden vor 1932 geschaffen. Ein Wertheraner, der den Künstler gut kannte, gab sie in Auftrag – fünf Stück an der Zahl, für jedes seiner Kinder eine. Die fantasievollen Bemalungen mit Blumen, Früchten, Tieren und Figuren lassen sich so erklären: Sie sollten den Kindern Freude machen und zugleich dem Künstler in wirtschaftlich schwieriger Lage helfen. Heute sind noch drei Exemplare bekannt. In den 1980er-Jahren wurden sie verkauft, ehe Hanna Böckstiegel selbst die Werke ihres Mannes begutachtete und ihre Echtheit bestätigte.

Dauerhafter Platz im Künstlerhaus

„Auch wenn kleine Fragezeichen bleiben, sind wir nun viel klüger“, sagt David Riedel, künstlerischer Leiter des Museums. „Die Röhren wurden in Werther und für Werther geschaffen. Das macht das Geschenk von Professor Bunte noch einmal wertvoller.“

Während im Museumsgarten inzwischen über 35 von Schulkindern gestaltete Wasserröhren stehen, finden die beiden Originale nach Ende der Sonderausstellung einen festen Platz im Künstlerhaus. Dort können sie künftig dauerhaft im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Foto: Museum Peter August Böckstiegel

nach oben